Verhöhnt, belächelt – und durchgestartet
Es war ein kleines Drama, das da über die Bühne ging, als Robbie Williams 1995 bei Take That ausstieg – oder besser: ausgestiegen wurde. Sein ausschweifendes Partyleben mit den Alkohol- und Drogenabstürzen waren zu viel für das Management und das Saubermannimage der Band. Robbie schien das egal zu sein, er bastelte fortan an seiner Solokarriere.
Robbies Solokarriere
Doch ganz frei von den Zwängen der ehemaligen Band und des Managements konnte er sich anfänglich noch nicht bewegen: Bevor Robbie seine erste Single veröffentlichen konnte, musste zuerst die erste Singleauskopplung seines Ex-Bandkollegen Gary Barlow abgewartet werden.
1996 bringt Robbie Williams dann endlich sein erstes Lied „Freedom“ auf den Markt, die ausgerechneten und erhofften Erfolge stellen sich jedoch erst einmal nicht ein. Weitere Singles bringen diesen Erfolg immer noch nicht, Williams stürzt sich weiter in den Alkohol und die Drogen, wird depressiv und begibt sich im Sommer 1997 in eine Entziehungskur. Mit neuem Selbstvertrauen und weitaus gesünder entlassen, lässt er nicht davon ab, seine Solokarriere anzuheizen. Und endlich, im Dezember 1997 gelingt ihm der große Durchbruch mit „Angels“, der 2004 bei den Brit Awards zum besten Song der letzten 25 Jahre gekürt wird. Auf das Debutalbum „Life Thru A Lens“ folgt 1998 das Album „I’ve Been Expecting You“ und 2000 und 2001 die Alben „Sing When You’re Winning“ und „Swing When You’re Winning“, letzteres beschert im 7 Millionen Verkäufe, so viele, wie keines seiner Alben bis dahin. „Escapology“, das 2002 erscheint, setzt noch einmal eine halbe Million Verkäufe auf seinen Vorgänger drauf. Auch „Intensive Care“ (2005) und „Rudebox“ (2006) sind noch kassenschlager, „Reality Killed the Video Star“ (2009) kann jedoch nicht an alte Erfolge anknüpfen. Dafür schlägt sein Greatest Hits Album von 2004 mit 8 Millionen Verkäufen die von Robbie Williams selbst für sich persönlich aufgestellten Rekorde.
Robbie als Entertainer
Rekordverdächtig ist auch die Konzertreihe, die der Superstar 2003 im britischen Knebworth auf die Bühne brachte. Im Rahmen seiner Welttournee, spielte Williams drei Abende hintereinander vor jeweils 125.000 Menschen und zeigte sich regelmäßig überwältigt und fassungslos ob der Menschenschar. Seine Begeisterung, sein Enthusiasmus und natürlich sein Geschick als Entertainer, der die Menschen in Entzücken versetzt, wurden während dieser drei Abende in Knebworth in Filmmaterial gefasst. Was dabei heraus kam, erschien dann noch im selben Jahr auf CD und DVD als Livemitschnitte.
2006 folgte eine weitere Welttournee, für die der Sänger und Songwriter innerhalb eines Tages 1,6 Millionen Tickets verkaufte – und dafür ins Guiness Buch der Rekorde aufgenommen wurde, 2004 bereits wurde er in die UK Hall of Fame als einflussreichster Künstler der 1990er Jahre aufgenommen.
Gerüchte und Exzesse
Für einen Exklusiv-Plattenvertrag beim Label EMI soll Williams mit einer Rekordsumme von 127 Millionen Euro bezahlt worden sein. Man erkannte den Hype um Robbie bei EMI also rechtzeitig und stieg auf den Zug auf – noch heute zählt Robbie Williams zu den erfolgreichsten männlichen Solokünstlern. Neue Gerüchte und Exzesse heizen die Klatschpresse zwar regelmäßig an, doch auch hier ist es seit der Hochzeit mit Ayda Field eher ruhiger geworden. Aber im Fokus der Öffentlichkeit zu stehen, das hat schon so manchem Künstler zum Erfolg verholfen. Was es bei Robbie Williams letztendlich genau ist, das ihn so erfolgreich macht, ist schwer zu sagen – aber sein Charisma und seine Wirkung auf Frauen sind daran sicher nicht unmaßgeblich beteiligt.
Foto: Starpress